
Hans-Jürgen Kind: große Kunst!
„Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf, um zu zeichnen“, sagt Hans-Jürgen Kind, der jetzt wieder in seinem Elternhaus in Silberg lebt. Und wie er zeichnet! Ist es eine Fotografie oder tatsächlich eine Zeichnung? Das fragt sich unweigerlich jeder Betrachter, der eines seiner Werke vor sich hat. „Pure Handarbeit“, versichert der Künstler, bei dem „Kunst“ offensichtlich noch eng mit „Können“ verwandt ist.

Und dann erklärt Kind, dass er zwar am Grafiktablett mit einem elektronischen Stift arbeitet, das Ergebnis aber nichts mit einem am Computer „gefilterten“ Foto zu tun hat. Denn jeden einzelnen Bildpunkt, jeden Pixel setzt er mit seinem Arbeitsgerät höchstselbst ins Gesamtkunstwerk und verleiht diesem damit Form, Gestalt und den authentischen Look. Die Abbildung zeigt die alte Hammermühle in Breidenstein, über die Backland.News übrigens auf dieser Seite berichtet hat.

„Alleine daran habe ich rund 200 Stunden gearbeitet“, erklärt der Silberger und hat auf seiner Facebook-Seite (HJKind) seine Follower auch am Entstehungsprozess teilhaben lassen. Ein bisschen ärgert es ihn, dass ihm oft nicht geglaubt wird, wenn er versichert, seine Zeichnungen in Handarbeit erstellt zu haben. „Dabei kann kein Bildbearbeitungsprogramm das bieten, was auch nur ansatzweise mit meinen Zeichnungen zu vergleichen wäre.“
Seine Stärke, so sagt der Pensionär im Gespräch mit Backland.News, sei die Grafik. Aber er arbeite auch mit anderen Materialien, etwa Ölpastellkreiden – und diese Arbeiten, so findet er, seien „ganz okay“.

Lange Jahre war Kind als Kunsterzieher am Gymnasium Gernsheim tätig, lebte während dieser Zeit in Darmstadt, findet das Leben im Hinterland aber inzwischen „viel schöner“. „Vielleicht hängt mein Hang zur Perfektion im Bild damit zusammen, dass ich als kleiner Junge Forscher werden wollte und bereits damals vieles durchs Mikroskop betrachtet habe“, sinniert er. Auch Kupferstiche und Druckgrafiken von Albrecht Dürer haben ihn seit jeher fasziniert. Auch von Marburg hat er übrigens einige Werke erstellt; und hier und da erlaubt er sich einen Scherz und zeichnet – mit dem bloßen Auge oft nicht sichtbare – persönliche Elemente ins Bild, „meißelt“ beispielsweise seine Initialen oder die der Enkelkinder in Steine hinein, die im Bildmotiv enthalten sind. Unbestritten jedenfalls sind seine Zeichnungen echte Hingucker.


