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Mornshausen

Ameisen lassen sich hinters Licht führen

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling bei der Paarung im Naturpark Lahn-Dill-Bergland: Ein besonderes Foto ist hier dem Naturparkführer Steffen Nispel bei Dautphetal-Mornshausen gelungen. Nicht nur dass diese Gattung der Schmetterlinge aufgrund ihrer Seltenheit streng geschützt ist, auch ihr Lebenszyklus ist im Naturreich absolut einzigartig: Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an den Blütenständen des großen Wiesenknopfs ab und fressen diese von innen her auf.

Von Ameisen getragen

Haben sie eine bestimmte Größe erreicht, lassen sie sich zu Boden fallen und werden dort von Ameisen in deren Bau getragen, wo sie sich von den Larven ernähren. Der Grund, warum sie nicht von den Ameisen als Beute erkannt werden, liegt darin, dass die Schmetterlings-Larven einen Duftstoff produzieren, welcher die Ameisen glauben lässt, es handele sich um ihren eigenen Nachwuchs.

2 braune Falter auf einem Ast.
Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an den Blütenständen des großen Wiesenknopfs ab und fressen diese von innen her auf. (Foto: Steffen Nispel)

Ein großartiges und einzigartiges Beispiel für Mimikry im Naturreich. Wenn jedoch die fertigen Schmetterlinge aus der verpuppten Larve schlüpfen, wird es kritisch. Sie müssen schnellstmöglich aus dem Ameisenbau herauskommen, denn jetzt funktioniert die Täuschung nicht mehr – die Ameisen erkennen die Beute.