
Umweltzertifikat für das Familienzentrum in Dautphe
Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz – diese Ziele spielen im Alltag des Evangelischen Familienzentrums „Vier Wände“ in Dautphe eine wichtige Rolle. Dafür ist die Einrichtung nun als erstes Familienzentrum in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit dem kirchlichen Umweltzertifikat „Grüner Hahn“ ausgezeichnet worden.
Der Startschuss für den Zertifizierungsprozess fiel anlässlich des Sommerfests 2018, erinnerte Theresa Klingelhöfer als Leiterin der Kindertagesstätte bei der Zertifikatsübergabe. Bis Corona das Vorhaben ausbremste, habe das Team mit Pfarrerin Katharina Stähler als Impulsgeberin, dem EKHN-Umweltauditor Burkhard Schmidt, Stefan Franke als Masterplanmanager des Projekts „Masterplan 100% Klimaschutz“ beim Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Familienzentrum-Koordinatorin Lisa Burt und Laura Gemmecke an der Bestandsaufnahme und der Datenerfassung gearbeitet.
2021 nahm das Team das Vorhaben wieder auf und absolvierte die Validierung erfolgreich. Von 2023 bis 2026 stehe nun das Umsetzen der Ziele und Einsparungen auf dem Programm, kündigte Klingelhöfer an. Sie vergaß auch nicht, Jennifer Kunz und Lisa Burt lobend zu erwähnen, die als derzeit in Elternzeit befindliche Kita-Leiterin und FZ-Koordinatorin die Startphase mitgeprägt und -gestaltet hätten.
Beeindruckt von dem Engagement und der Zielstrebigkeit, mit der das „Grüner Hahn“-Team das Projekt vorantreibe, zeigte sich Cassandra Silk-Erb, die als Klimaschutzmanagerin am Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN (ZGV) die begehrte Auszeichnung überbrachte. Bürgermeister Marco Schmidtke – Träger der „Vier Wände“ ist das Evangelische Dekanat Biedenkopf-Gladenbach, Gebäudeeigentümer aber die Gemeinde Dautphetal – ließ es sich nicht nehmen, das Zertifikat als sichtbares Zeichen des Erfolgs sofort im Eingangsbereich zu montieren. Die Anliegen des kirchlichen Umweltmanagements seien auch in der Kommune Dautphetal als Thema erkannt und würden angegangen, berichtete Schmidtke. Das erst 2015 errichtete Familienzentrum als vergleichsweise modernes Bauwerk sei dabei deutlich weniger schwierig zu handhaben als die vielen älteren kommunalen Gebäude, gab er zu bedenken.
„Wir machen im Alltag ja schon vieles gut und richtig, wissen aber meist nicht, welche Auswirkungen unser Verhalten hat“, hatte zuvor Cassandra Silk-Erb zu der Intention des Umweltmanagement-Programms erläutert und auch die Unterstützung der Kommune dabei gelobt. Der 30-seitige Umweltbericht, den das Evangelische Familienzentrum zur Zertifizierung vorgelegt habe, mache die Arbeit von der systematischen Erfassung der Verbrauchsdaten über die Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit und das Planen der nächsten Schritte anschaulich, sagte sie. Als besonders beeindruckend bezeichnete sie beispielsweise die Idee, Kindersitze zu verleihen, um Fahrgemeinschaften beim Bringen und Abholen der Kinder zu erleichtern – derzeit werden dafür jährlich noch knapp 100.000 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, zitierte die Klimaschutz-Managerin aus dem Umweltbericht. „Hier wird mit Engagement für die Sache gekämpft!“, lautete ihr Fazit zur Übergabe des „Grünen Hahns“.
Diesem Eindruck konnte sich Dr. Frank Wagner als Geschäftsführer für Kindertagesstätten und Familienzentren beim Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach nur anschließen. Das Umweltteam habe das Projekt immer kräftig vorangeschoben und alle Bereiche des Familienzentrums in den Blick genommen, sagte Wagner. Er hoffe mit allen Beteiligten, dass das Zertifikat als Vorbild ausstrahle und andere Einrichtungen und Kirchengemeinden motiviere, sich ebenfalls auf den Weg zum „Grünen Hahn“ zu begeben, sagte Wagner.
Weitere Infos unter www.gruenerhahn-ekhn.de


