
In Wallau: „Evangelium gehört unter die Menschen“
Früher waren sie Großereignisse, doch Missionsfeste sind aus der Mode gekommen. „Leider“, findet Pfarrer Olaf Schmidt. Weil sich der Referent für Erwachsenenbildung im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach mit dem Mauerblümchen-Dasein der Evangelisation nicht abfinden will, hat er den ersten ökumenischen Impuls- und Begegnungstag im Dekanat organisiert.

Denn das Weitergeben der Frohen Botschaft ist doch gerade das, was Kirche am besten kann – noch vor den Aufgaben der Diakonie, denn das könnten auch private Anbieter leisten, sagt Olaf Schmidt.
Mit dem Votum für das Thema „Mission und Evangelisation“ hat der Seelsorger, der mit einer halben Stelle auch Gemeindepfarrer in Gönnern ist, offenbar schlafende Hunde geweckt: Rund 30 interessierte Christen aller Konfessionen waren am vergangenen Samstag ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus nach Wallau gekommen, um gemeinsam mit Pfarrer Dr. Klaus Douglass vom Zentrum Verkündigung der EKHN neue Wege zu suchen, das Evangelium zu leben und zu verkünden.

Lebens- und praxisnah vermittelte Pfarrer Douglass, wie wichtig die Beziehungsarbeit im Hinblick auf das Thema „Mission und Evangelisation“ gerade heute ist: „Wir müssen unser Leben teilen, nicht nur das Evangelium – es reicht nicht, vom Evangelium zu erzählen, ein Traktat zu überreichen und dann abzuhauen“, machte der auch als Autor vieler Bücher bekannte Referent deutlich.
Mission durch Miteinander
„Wir müssen mit den Menschen im Gespräch bleiben und ihren Weg weiter mitgehen“, betonte er. Mission und Evangelisation funktioniere heute nicht mehr nur über Veranstaltungen und herausragende Prediger, sondern durch das Miteinander in Gesprächen im Hauskreis, in der Gemeindegruppe oder der Familie.
Den Einzelnen sehen
Sieben Punkte gab der Theologe seinen Zuhörern zum Diskutieren, Beherzigen und Umsetzen mit auf den Weg, so zum Beispiel den Hinweis: „Alles Geistliche beginnt mit dem Gebet“. „Die Menschen laufen der Kirche in Scharen davon, aber wir können sie nur als Einzelne zurückbekommen“, betonte der Referent die Bedeutung der Beziehungsarbeit.

