
„Eltern in der Krise sind unter Druck“
Der Druck auf die Familien wächst, die Nerven liegen blank, je länger Eltern und Kinder auf die Öffnung von Schulen und Kitas warten müssen. Trotz aller Beschränkungen des öffentlichen Lebens hält der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Marburg regelmäßig aktiv Kontakt zu den Familien. Außerdem sind die Mitarbeiter täglich für alle Eltern und Kinder ansprechbar. Und sie machen weiter Hausbesuche, wenn es der Kinderschutz erfordert.
„Unter Druck“
Eltern in der Krise sind unter Druck, weiß Stefanie Lambrecht, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie. Weil Kinderbetreuung und Schulen, Jugend- und Familienzentren geschlossen sind, Sportanlagen nicht betreten und Großeltern nicht besucht werden dürfen, sind die Eltern mit der Betreuung ihrer Kinder auf sich allein gestellt. Es fehlen die familiären und sozialen Netzwerke. Viele befürchten einen Jobverlust und haben Sorgen wegen ihrer finanziellen Situation.

„Wir stellen in Marburg wie bundesweit auch fest, dass die psychischen und emotionalen Sorgen in vielen Familien gewachsen sind. Mit Ärger oder Angst können Überforderungshandlungen zunehmen“, so Stefanie Lambrecht. Und Stadträtin Dinnebiert fragt sich: „Haben wir ausreichend niedrigschwellige Zugänge, wenn Eltern merken, dass sie mit der Versorgung der Kinder überlastet sind?“
Beratung am Abend
Zusätzlich zu den Angeboten und Hilfen zur Erziehung haben die Jugendämter von Stadt und Landkreis gemeinsam mit den Beratungsstellen ein neues Gesprächsangebot ins Leben gerufen: die „Beratung am Abend“. Sie ist an sieben Tagen die Woche abends zwischen 19 und 22 Uhr für alle Eltern und Familien telefonisch unter 06421-480 61 70 erreichbar. Auf Wunsch können auch konkrete Unterstützungsleistungen vermittelt werden.

