Backland.News
Biedenkopf,  Landkreis

Schul- und Kulturausschuss tagt in Biedenkopf

Der Schul- und Kulturausschuss des Hessischen Landkreistages hat auf dem Wissens- und Wirtschaftscampus in Biedenkopf getagt – und damit vermutlich das erste Mal in seiner Geschichte im Hinterland. Zur Tagung eingeladen hatte Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Bei der Tagung tauschten sich die Schuldezernentinnen und -dezernenten der hessischen Landkreise über Themen rund um Schule und Bildung aus.

Auf der Tagesordnung des Schulausschusses unter Vorsitz von Landrat Oliver Quilling (Landkreis Offenbach) standen neben den allgemeinen schulpolitischen Routine-Themen auch die Energieversorgung der Schulen und Kultureinrichtungen sowie das Ganztagsförderungsgesetz. Das Monitoring der digitalen Infrastruktur an Schulen sowie die Beschulung der aus der Ukraine geflüchteten Kinder waren ebenfalls Themen.

Digitale Bildung im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Besondere Beachtung fand dabei die Strategie zur digitalen Bildung: Als einer der ersten hessischen Landkreise hat Marburg-Biedenkopf im Dezember vergangenen Jahres den Digitalpakt umgesetzt und alle Klassenräume mit schnellem WLAN ausgestattet.  Der Landkreis berichtete bei der Tagung, dass die neuen Möglichkeiten rege genutzt werden, sich Support-Strukturen bewährt hätten und durch den „Startschuss“ zur digitalen (Voll-)Ausstattung tatsächlich ein Innovationsschub für digitale Bildung an den Schulen des Landkreises ausgelöst wurde. So ist die Digitalisierung jetzt fester Bestandteil im Unterricht. Das zeigt sich auch daran, dass die Nachfrage nach Tablets seitens der Schulen gestiegen ist. Der Kreis verbessert die Ausstattungsquote daher konsequent.

„Was wir jetzt brauchen, ist ein Digitalpakt 2.0, in dem sich Bund, Länder und Kommunen darauf verständigen, wie die Finanzierung von digitalem Lernen organisiert und finanziert wird“, unterstrich Marian Zachow. Gerade weil im Zeitalter digitaler Bildung nicht mehr trennscharf zwischen Ausstattung und Unterricht, zwischen Technik und Pädagogik unterschieden werden könne.

Von den Expertinnen und Experten aus der Bildungspolitik breit diskutiert wurde auch die Ziel-Perspektive des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der darauf setzt, dass perspektivisch möglichst jeder Schüler und jede Schülerin der weiterführenden Schulen über ein digitales Endgerät verfügen soll – ohne selber ein Endgerät mitbringen zu müssen. An den Grundschulen liegt das Ziel jeweils bei einem Endgerät für zwei Schülerinnen beziehungsweise Schüler. Bei rund 17.000 Schülerinnen und Schülern sind aktuell bereits rund 11.000 Endgeräte an den Schulen im Einsatz.

Bei der Tagung des Schul- und Kulturausschuss des Hessischen Landkreistages in Biedenkopf stand der Austausch über Schule und Bildung im Fokus. (Foto: Hessischer Landkreistag)

„Digitalisierung ist aber nicht nur Ausstattung. Bei uns gilt: die Technik folgt der Pädagogik, nicht umgekehrt. Deswegen setzt der Landkreis auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt und vor allem auch auf eine pädagogische Vernetzung zwischen Grund- und weiterführenden Schulen zur Medienbildung“, machte Zachow deutlich.

Daher stand auch eine Präsentation des pädagogischen Konzeptes der Beruflichen Schulen in Biedenkopf sowie eine Besichtigung über den aktuellen Stand der dortigen Gebäudesanierung an. Holger Leinweber, Schulleiter der Beruflichen Schulen in Biedenkopf, sprach über das neue Lern- und Raumkonzept, welches mit der Sanierung des Gebäudes B verwoben ist. Das moderne Raumkonzept soll auch durch offene Lernlandschaften selbstständiges und gruppenorientiertes Arbeiten möglich machen.