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Bildung,  Landkreis

300 iPads für Schüler in der Corona-Zeit

Niemand darf vom Lernen ausgeschlossen werden – aber nicht alle Schüler besitzen ein digitales Endgerät, um in Zeiten von Schulschließungen entsprechend damit arbeiten zu können. Damit alle Schüler auch am digitalen Unterricht teilnehmen können, der derzeit notwendig ist, verleihen nun die Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Schulträger iPads an diejenigen, die keine Computer oder Tablet-PCs zuhause haben.

Chats und mehr

Durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Schulschließungen findet Unterricht momentan digital statt: Die Lehrkräfte nutzen Mails, Chats, Videokonferenzen und andere digitale Möglichkeiten, um mit ihren Klassen weiter zu arbeiten. Sie schicken den Klassen Aufgaben. Die Schüler bearbeiten diese, recherchieren im Internet und senden die Ergebnisse zur Korrektur zurück.  Das setzt aber voraus, dass alle Schüler zu Hause auch Computer, Laptop oder Tablet-PC zur Verfügung haben, um mitarbeiten zu können.

Insgesamt 300 Stück

Das ist aber nicht so. „Vom Lernprozess während der Schulschließungen werden sie damit weitgehend ausgeschlossen. Das darf im Sinne der Bildungsgerechtigkeit nicht passieren!“, sagt dazu Marburgs Schuldezernentin Stadträtin Kirsten Dinnebier. Und so haben Stadt und Kreis gemeinsam ein Modell entwickelt, um Kinder und Jugendliche während der Schulschließungen mit Tablet-Computern auszustatten. Die Medienzentren in Marburg und Kirchhain leihen Schülerinnen und Schülern ohne eigene digitale Arbeitsmöglichkeit in den nächsten Wochen ein iPad aus. Dafür stehen derzeit 300 Stück zur Verfügung.

Anträge stellen

Und so funktioniert es: Sowohl Schulen und Lehrkräfte, als auch Schüler*innen und Eltern werden kurzfristig von der Stadt und dem Landkreis über den geplanten Ablauf informiert. Lehrkräfte, die in den letzten Wochen feststellen mussten, dass Schüler durch fehlende digitale Endgeräte dem Unterricht nicht folgen konnten, können ab heute einen Antrag für die jeweiligen Schüler stellen. Die Medienzentren vereinbaren dann einen Abholtermin mit den Eltern.

Frau und Mann halten Tablets in die Kamera
Stadträtin Kirsten Dinnebier und Olf Westphal, Leiter des Medienzentrums Kirchhain, präsentieren die Geräte, die sich Schüler für den digitalen Unterricht ausleihen können. (Foto: Patricia Grähling, Stadt Marburg)

Die kostenlose Ausleihe der Geräte findet dann unter strenger Berücksichtigung der Hygienevorschriften im jeweils zuständigen Medienzentrum statt. Die Lehrer begleiten das Kind pädagogisch, um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät zu ermöglichen. Bei technischen Fragen stehen die Medienzentren für fernmündlichen Beratungen zur Verfügung. Mit Ablauf der Schulschließungen endet die Leihe; und die Geräte werden wieder an die Schulträger zurückgegeben.