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Biedenkopf,  Kunst und Kultur

Sonderausstellung im Schloss: noch bis 4. Oktober

Jetzt aber nichts wie hin: Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf bietet noch bis zum 4. Oktober eine Sonderausstellung über die Anfänge des Tourismus in der Stadt Biedenkopf an.

Echt interessant

Die Ausstellung „Biedenkopf – die Perle der oberen Lahn“ gibt anhand von Texten und zahlreichen Exponaten einen umfassenden Überblick über die touristische Entwicklung Biedenkopfs vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Auch Kleidung

Zu sehen sind etwa Werbeprospekte, Postkarten, Souvenirs und Inventar der Hotels. Höhepunkt ist eine Collage von 1915 aus dem Nachlass von Bürgermeister Grünewald, die seine Leistungen für den Tourismus darstellt. Ergänzt wird die Schau durch Kleidungsstücke, die die bürgerlichen Touristen in der Zeit um 1900 getragen haben sowie durch Freizeit- und Wanderausrüstung.

Werbeplakat für Biedenkopf als Luftkurort, Ende des 19. Jahrhunderts
Das Plakat wirbt für Biedenkopf als Luftkurort, Ende des 19. Jahrhunderts (Fotos: Landkreis)

Biedenkopf wurde im 19. Jahrhundert zunächst nur vereinzelt von Touristen besucht. 1883 erhielt die Stadt einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Dies war das entscheidende Ereignis, das Tourismus ermöglichte. Jetzt war Biedenkopf schnell und bequem zu erreichen. Unmittelbar hierauf entstanden mehrere Initiativen, um Biedenkopf als Luftkurort zu etablieren. Erfolgreich war der 1895 gegründete „Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs“.

Jagen und fischen

Touristische Anlagen wie der Park am Altenberg mit „Teufelsbrücke“ und „Columbustempel“ entstanden. Weitere Aussichtspunkte und Wanderwege wurden geschaffen und Ruhebänke aufgestellt. Auch Gelegenheiten zum Baden und Tennisspielen, zur Jagd und zum Fischen entstanden. Zahlreiche Hotels eröffneten, die größten waren der Berggarten, der Tannhäuser, das Frauental, das Schlosshotel sowie das Bahnhofshotel.

Alte Ansichtskarte „Gruss aus Biedenkopf"
Diese Ansichtskarte „Gruss aus Biedenkopf“, machte sich im Jahr 1897 auf die Reise.

Biedenkopf entwickelte sich zu einem bekannten Urlaubsort. Die Gäste kamen vorwiegend aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus dem Ruhrgebiet. Unterbrochen von Kriegs- und Notzeiten stiegen die jährlichen Übernachtungszahlen bis in die 1960er Jahre auf über 50.000.

Moderate Preise

Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf hat moderate Preise, für Inhaber der Ehrenamtscard ist der Eintritt sogar frei.
Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 06461-924 651, per E-Mail an Hinterlandmuseum @marburg-biedenkopf.de oder online unter www.marburg-biedenkopf.de.